Zauber des Neuanfangs trifft Abschiedsszenen: SABU-Händler diskutieren Zukunftsthemen in Burgau
Digitalisierung, Online-Sichtbarkeit und eine besondere Unternehmensnachfolge prägen den Austausch der ERFA-Gruppe rund um Leiter Peter Wagner.
Heilbronn, 23. Juli 2026. In Burgau kam die ERFA Südost der SABU GmbH rund um ERFA-Leiter Peter Wagner zu einem Austausch zusammen, der gleich mehrere Zukunftsthemen des stationären Schuhfachhandels miteinander verband. Im Mittelpunkt stand neben Impulse zur Digitalisierung mit SABU.de und der SABU-Datenwelt, vor allem die Unternehmensnachfolge von Laufgut Ehmann, die zeigte, manchmal liegen Abschied und Aufbruch ganz nah beieinander.
Unternehmensnachfolge als starkes Signal für den Standort
Ein besonderes Praxisbeispiel lieferte die Fortführung von Laufgut Ehmann in Burgau. Michael Hackenberg und Stephanie Benningen von Männermode Hackenberg und Mode Frey gründen eine OHG, um das Fachgeschäft weiterzuführen und damit ein neues Kapitel für den Einzelhandel vor Ort aufzuschlagen.
Die neue Ausrichtung verbindet bewährte Kompetenz mit modischen Impulsen: Neben einer geringfügigen Übernahme von Basisware soll das Sortiment insgesamt modischer werden, unter anderem mit Tamaris als neuer Marke. Gleichzeitig bleiben Sortimente erhalten, die gut zur orthopädischen Kompetenz des Hauses passen, etwa Finn Comfort. Die Werkstatt bleibt durch den Bruder der bisherigen Inhaberin angebunden; Irene Ehmann wechselt von der Rolle der Unternehmerin in eine Teilzeitfunktion und bleibt dem Geschäft als erfahrene Ansprechpartnerin erhalten.
Mode und Schuhe wachsen zusammen
Das Beispiel in Burgau zeigt, wie Mode und Schuhe im inhabergeführten Einzelhandel sinnvoll zusammenwachsen können. Schon zuvor hatte man sich unter anderem mit Lloyd und Hochzeitsschuhen überregional einen Namen gemacht. Ergänzende modische Sortimente, etwa weiße Sneaker von Digel, zeigen zugleich, wie sich neue Zielgruppen und bestehende Kompetenzen miteinander verbinden lassen.
„Auch wenn die erste Saison noch nicht abschließend aussagekräftig ist, stimmen die bisherigen Entwicklungen positiv: Trotz eines vorangegangenen Ausverkaufs am kleineren Standort und einer Warenfülle, die noch nicht dem geplanten Normalmaß entspricht, entwickelten sich die ersten Umsätze sehr zufriedenstellend. Durch die gelungene Renovierung, das hohe Inhaberengagement und ein engagiertes Team mit persönlicher Kundenansprache ist bereits heute eine stabile Basis geschaffen“, so Peter Wagner.
Digitale Sichtbarkeit als nächster Entwicklungsschritt
Neben dem konkreten Praxisbeispiel standen bei der ERFA zentrale Fragen der Digitalisierung des Handels im Fokus. Die Vorträge von Lisa Weinrank und Oliver Straub setzten wichtige Impulse zu digitaler Präsenz, Online-Sichtbarkeit und datenbasierten Entscheidungen. Viele Teilnehmer nahmen daraus konkrete Anregungen mit, um bei der Digitalisierung die nächsten Schritte zu gehen.
Abschied langjähriger ERFA-Mitglieder
Bei aller Aufbruchsstimmung lag auch Wehmut über der Tagung: Mit Siegrid Lechner-Rummel, Irene Ehmann und Peter John wurden gleich drei langjährige Teilnehmer mit Geschenkkörben aus der ERFA verabschiedet. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Fragen der Unternehmensfortführung viele Händlerinnen und Händler beschäftigen und der persönliche Austausch innerhalb der ERFA gerade in herausfordernden Zeiten einen hohen Stellenwert hat.
ERFA-Leiter Peter Wagner resümierte: „Diese Tagung hat gezeigt, wie eng Abschied und Neuanfang im Handel manchmal beieinanderliegen. Gerade deshalb war der Austausch so wertvoll: Wir haben gesehen, wie Nachfolge gelingen kann, welche Chancen in digitaler Sichtbarkeit liegen und wie wichtig es ist, auch in einem schwierigen Marktumfeld gemeinsam nach vorne zu schauen.“
